Amphibienschutzaktion 2026

Morgens um 7.00h im Kirbachtal: die Luft oft noch kühl, die Sonne noch im Aufgehen, manchmal schimmert der Morgenfrost auf den Wiesen, in den Hecken zwitschern die ersten Vögel, in der Ferne hört man einen Specht und manchmal steht auch ein Silberreiher, Fasan oder Graureiher am Straßenrand und insbesondere am Wochenende, liegt eine ganz besondere Stille über der Gegend. Das alles konnten unsere Amphibienhelfer auch in diesem Jahr erleben, wenn sie am Krötenzaun die Eimer kontrollierten.

Und dann das ganz besondere Glückgefühl, wenn sich zahlreiche Erdkröten in den Eimern befinden oder man eine seltenere Art wie einen Springfrosch oder Molch im Eimer entdeckt.

Auch in diesem Jahr waren wieder zahlreiche Helfer von Mitte Februar bis Ende März dabei. Neben 17 Erwachsenen, haben auch 10 Kinder fleißig bei der Amphibienaktion mitgeholfen, die Schranken am Heinzenberger Weg betreut, morgens die Eimer am Langmantel und Kirbachhof geleert und die Amphibien über die Straße getragen, damit diese sicher ihren Weg zu den Laichgewässern fortsetzen können. Leider mussten wir in den vergangenen Jahren einen dramatischen Einbruch bei der Erdkrötenpopulation am Langmantel beobachten. Die Anzahl der Erdkröten ist zwischen 2018 und 2024 um fast 90% zurückgegangen. Waren es im Jahr 2018 noch über 3.000 Erdkröten fiel die Zahl stetig bis auf 324 Tiere im Jahr 2024. Insbesondere die heißen und trockenen Sommer der letzten Jahre setzten unseren Amphibien zu. Seit 2025 geht es nun langsam wieder aufwärts (887 Erdkröten) und die Freude bei allen Aktiven war sehr groß, dass in diesem Jahr wieder 1.493 Kröten gezählt wurden. Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Ein großes Dankeschön geht an alle Helferinnen und Helfer und ganz besonders auch an Frau Hampel von der Stadt Sachsenheim, sowie die Mitarbeiter des Bauhofs für die Organisation und den Auf- und Abbau der Zäune.


Neben der Betreuung der Krötenzäune war die Ortsgruppe des NABU am 21.3. auch zur Kontrolle der Laichgewässer im Kirbachtal unterwegs. Dabei wurden zwischen Häfnerhaslach und Hohenhaslach 6 Teiche und Regenauffangbecken besucht, die als Laichgewässer für Amphibien dienen. Wie im letzten Jahr stellte sich der Zustand der Laichgewässer als gut heraus, fast überall gab es einen genügend hohen Wasserstand in den Teichen und es waren zahlreiche Laichballen von Gras- und Springfröschen vorhanden, Erdkrötenlaich konnten wir auch in diesem Jahr nicht entdecken. Weiterhin gilt, dass unsere Amphibien stark durch die Klimakrise und die damit einhergehende Zunahme von Trockenheit und Hitzesommern bedroht sind. Der NABU Sachsenheim wird die Entwicklung der Amphibienpopulationen in Sachsenheim im Blick behalten und sich weiter für den Erhalt ihrer Lebensräume und ihres Schutzes einsetzen.