Die NABU-Gruppe Sachsenheim hatte 2018 zu einem Vortrag über das KraichgauKorn ins Kulturhaus eingeladen. NABU-Mitglied Jürgen Bothe hatte den Vortrag organisiert. Knapp 40 Menschen waren der Einladung gefolgt. Roland Waldi, 1. Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft KraichgauKorn, berichtete über die Anbaumethode als drittem Weg zwischen Bio-Anbau und konventionellem Anbau. „Auf unseren Getreidefeldern werden absolut keine Spritzmttel ausgebracht. Klatschmohn, Kornblume, Kamille und andere Ackerwildkräuter haben hier noch ein Zuhause und locken Bienen und Schmetterlinge an.“ Roland Waldi rechnet vor: „1 kg unseres Brotes sind 4 m² ungespritztes Getreide.“ Etwas ist dem Bauern sehr wichtig: „Die Landschaft sieht so aus, wie der Mensch dafür bezahlt!“ Wenn die Verbraucher nur die billigsten Lebensmittel einkaufen, habe der Bauer keine andere Möglichkeit als Blumen und Insekten aus den Feldern wegzuspritzen. Ein weiteres Credo der Erzeugergemeinschaft ist: „Wir sind in der Region für die Region, denn auch das gehört zum Umweltbewusstsein dazu. Lange Transportwege wollen wir ganz vermeiden.“
Glyphosat, Insektizide und Fungizide sind auf den Getreidefelder tabu. Bauer Roland Waldi findet es empörend, dass Glyphosat im konventionellen Ackerbau auch vor der Erntezeit eingesetzt wird, um
eine gleichzeitige Reifung des Korn zu ermöglichen. Damit kein Bauer der Erzeugergemeinschaft schummeln kann, wird von der Aussaat bis zum Mehl auf Rückstände von Spritzmitteln durch einen
öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen kontrolliert.
Der Verzicht auf Spritzmittel im Getreide wird durch die Fruchtfolgen-Wirtschaft und die mechanische Unkraut-Bearbeitung mit dem Striegel möglich. Im Wechsel von 4-5 Jahren werden Mais,
Zuckerrüben, Winterweizen , Luzerne und Getreide angebaut. Hier muss Bauer Waldi ein Eingeständnis machen, das ihm schwer fällt. Er weiß über die Problematik des Unkrautvernichtungsmittels
Glyphosat, aber beim Maisanbau im Erosionsschutzgebiet, gehe es nicht ohne Glyphosat zu Beginn der Aussaat. Das sei die einzige Ausnahme. Auf ebenen Feldern könne man ganz auf Glyphosat
verzichten. Während des Wachstums des Maises würde in der Erzeugergemeinschaft das Wildkraut dann wieder mechanisch bearbeitet. Roland Waldi hält Ehrlichkeit für sehr wichtig und macht eine
weitere Einschränkung: die Hälfte des Saatgutes ist gebeizt, um einen Pilzbefall bei der Aussaat auszuschließen. Es würden aber mehr und mehr robuste Sorten eingesetzt.
Die Anbaumethode hat ihren Preis. Durchschnittlich werden nur 55 Doppelzentner Getreide pro Hektar geerntet statt 80 – 85 wie im konventionellen Anbau. Die Bauern müssen auch Ausfälle durch
ungünstige Wetterbedingungen hinnehmen. Bauer Waldi graust jetzt noch in der Erinnerung. 2016 sei ein katastrophales Jahr gewesen, bei dem die Bauern ohnmächtig den zunehmenden Unkrautdruck und
den Pilz-Befall auf den Blättern der Getreidepflanzen hinnehmen mussten. Dadurch gab es erschwerte Bedingungen bei der Ernte und einen geringeren Ertrag.
Wegen des geringeren Ertrags sei das Mehl teurer als konventionelles Mehl, was sich aber beim Brotpreis kaum bemerkbar mache.
Das KraichgauKorn ist mittlerweile in vielen Bäckereien zu kaufen, so auch in Großsachsenheim und Hohenhaslach. Interessierte können sich im Internet unter www.kraichgaukorn.de genauer
informieren.
Walter Gärtner war von 1974 bis 1995 der 1. Vorsitzende zunächst beim DBV und dann beim NABU.
Sein Engagement in der Jugendarbeit, bei der Kopfweidenpflege, die Organisation von Ausflügen, seine Jahresberichte und vieles mehr waren eine große Bereicherung für den NABU.
Uns allen wird seine liebe und sympathische Art in guter Erinnerung bleiben.
Foto: Walter Gärtner 2003 an seinem 80. Geburtstag
„Das ist ein Feldahorn“, wusste Marie, „eine Hainbuche“ rief Marcel. Naturschutzwart Christoph Kaup zeigte beim Sommerferienprogramm des NABU Sachsenheim die Blätter von 7 Bäumen und Sträuchern
und war überrascht über die guten Naturkenntnisse der Teilnehmer. Eifrig suchten 13 Kinder den Ufersaum des Kirbachs ab, um dort die zugehörigen Pflanzen zu entdecken. Die Blätter der Hainbuche
waren schwierig zu finden, weil sie sehr den Blättern des Haselnuss-Strauches ähneln. Auch das Pfaffenhütchen war keine leichte Aufgabe, da die Sträucher nur sehr wenige der charakteristischen
roten Früchte trugen.
Die Rast auf der Wiese beim Wasserhäuschen war für NABU-Vorstandsmitglied Kaup eine willkommene Gelegenheit Federn von Mäusebussard, Fasan, Eichelhäher, Schleiereule und Specht zu zeigen. Auch
hier bewiesen einige Kinder erstaunliche Kenntnisse im Bestimmen.
Der Eisvogel ist sicher die spektakulärste Brutvogelart am Kirbach. Christoph Kaup zeigte Bilder dieses wunderschönen Vogels und führte die Kinder zur nahen Eisvogel-Brutwand, an der etliche
Brutröhren des Eisvogels zu sehen waren, die dieser im Laufe von Jahren gegraben hatte.
„Puh wie kalt“ schrien die Kinder als es an das Durchqueren des Kirbachs ging. Teils vorsichtig teils wagemutig wateten sie durch Schlamm und über Steine. Anschließend ging es zur Besichtigung
eines riesigen Dachsbaus mit vielen Eingängen. Die teils sehr großen Eingänge mit den deutlich zu sehenden Rutschen, auf denen der Dachs in sein unterirdisches Reich gelangt, erstaunten die
Kinder. „Der Dachsbau ist schon seit vielen Jahren bewohnt und beherbergt in der Regel mehrere Dachsgenerationen“ erklärte Kaup. Leider dürfe er immer noch ganzjährig bejagt werden, obwohl er
ziemlich selten geworden sei.
Noch einmal musste mit Gejohle der Kirbach durchwatet werden, bis dann nach 2,5 Stunden alle wohlbehalten am Parkplatz ankamen und von Christoph Kaup noch mit NABU-Infomaterial versorgt
wurden.
Bei der Führungen konnten die Teilnehmer wieder viele Vogelarten sehen und hören.
Gartenrotschwanz, Pirol, Kuckuck, Rotmilan, Goldammer, Zilp-Zalp und einige mehr konnten beobachtet werden.
Zum Teil auch durch das Spektiv.
Neben Vögel wurden auch verschiedenen Bäumen, Kräuter und Insekten vorgestellt.