Die NABU-Gruppe Sachsenheim ist sehr zufrieden mit dem Verlauf der diesjährigen Amphibienwanderung. Obwohl die Schutzmaßnahmen noch laufen, zeichnet sich bereits ein Rekord Jahr ab. Stand 04.04.2016 haben wir am Zaunabschnitt beim Langmantel über 5500 Kröten gezählt, so viele wie noch nie.
Nach Abschluss der Aktion werden wir hier noch weitere Bilder und Informationen bereitstellen.
Zur Amphibienwanderung haben wir eine Pressemitteilung an die Bietigheimer Zeitung gesendet. Sie ist in diesem Wortlaut am 07.04.2016 erschienen:
"Die neuen Amphibien-Schutzzäune haben sich schon bewährt", freut sich Martin Buck, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Sachsenheim. Die Mitgliederversammlung hatte bereits 2015 beschlossen, neue Schutzzäune zu kaufen, da die alten verschlissen waren und an einigen Stellen Kröten hindurchkommen konnten. Mit über 1000 Euro besorgte der Verein aus seiner Klubkasse die neuen Zäune.
Schon im März hat die Stadt Sachsenheim sie aufgebaut. Dieses Jahr begann die Krötenwanderung aufgrund der kalten Nächte relativ spät. Buck hoffte zunächst, dass mindestens so viele Amphibien
gezählt werden können wie letztes Jahr. Da waren es 1800 gewesen, Tendenz fallend. Doch in diesem Jahr wurden schon mehr als 3800 Erdkröten über die Straße getragen (Stand: 31. März).
"Ohne die Amphibienschutzaktionen der Stadt Sachsenheim und des Nabu Sachsenheim wären Frösche und Kröten in unserem Gebiet vom Aussterben bedroht", ist Martin Buck überzeugt und erklärt:
"Erdkröten brauchen länger als eine Viertelstunde, bis sie zum Beispiel die Landstraße zwischen Sachsenheim und Hohenhaslach überquert haben. In der Zeit sind sie überfahren oder vom Luftdruck
der vorbeifahrenden Autos getötet worden." Der Verkehr auf den Straßen habe massiv zugenommen. Oft blieben die Erdkröten in kühlen Nächten auch auf den Straßen sitzen, um sich aufzuwärmen.
Weitere Maßnahmen: Über die Nacht wird der Heinzenberger Weg gesperrt. Beim Aussiedlerhof Langmantel und beim Kirbachhof wandern die Kröten entlang der aufgebauten Schutzzäune und fallen in die
eingegrabenen Eimer. Morgens, und an starken Wandertagen beim Langmantel auch abends, werden sie herausgeholt und über die Straße getragen. All das ist die Aufgabe von zehn bis zwölf
Ehrenamtlichen. Große Sorgen bereitet den Naturschützern aber die Wechselkröte. Sie sei im Kirbachtal fast verschwunden. Noch vorhanden seien hingegen der bedrohte Laubfrosch und die selten
gewordene Gelbbauchunke.